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02.11.2021

Pressemitteilung

Ein Kommentar von Niculescu Păun, Opferangehöriger des rassistischen Terroranschlags in Hanau, zum Abschlussbericht des Bundesopferbeauftragten Prof. Dr. Edgar Franke

Der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Franke, sieht Verbesserungsbedarf bei der Aufarbeitung terroristischer Straftaten. Für die Familienangehörigen und Überlebenden hat das schwerwiegende Konsequenzen.

Niculescu Păun, Vater von Vili-Viorel Păun erklärt, wie er seit dem 19.Februar 2020 mit dem zermürbenden Prozess des Versorgungsamtes kämpfen muss:

»Ich führe so viele Kämpfe: ich muss für die Aufklärung kämpfen von Vili’s Tod. Für die Gesundheit meiner Frau. Und dann muss ich mich auch noch um so viel Bürokratie kümmern. Erst haben wir zumindest noch Krankengeld bekommen. Seit August kriegen meine Frau und ich auch kein Krankengeld mehr. Wir können beide nicht mehr arbeiten. Bis heute ist nicht klar, wer jetzt für uns zuständig ist. Seit August bekommt meine Frau, die Mutter von Vili, keinerlei Geld mehr.

Wir haben mit allen politisch Verantwortlichen geredet: Steinmeier, Bouffier, Fünfsinn – alle sagen das Versorgungsamt ist zuständig für die Versorgung der Familien. Keiner entscheidet über die Kosten für unseren Lebensunterhalt und auch nicht über die Reha. Keiner will für uns zuständig sein. Aber bis heute (600 Tage nach der Tat) ist vom Versorgungsamt nichts entschieden worden. So wissen wir bis heute nicht, wer zuständig ist für uns.

Die Politiker nehmen sich Zeit für öffentliche Stellungnahmen. Alle sagen dass es wichtig ist, dass wir Hilfe bekommen. Aber wieso brauchen sie so lange, um einfach ihre Arbeit zu tun?

Wir haben vielmals gefragt, was wir machen sollen, wenn das Krankengeld ausläuft – und wir haben uns schon Monate vorher mit der Bürokratie und allem beschäftigt, aber bis heute schieben die Behörden die Verantwortung hin und her.

Es ist genug. Wie lange wollen sie noch warten und die Verantwortung hin und her schieben?«